Die Bayerischen Welterbestätten

Bildnachweise: Regio Augsburg Tourismus GmbH (1), Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH (2)

Augsburg, Bamberg, Bayreuth, Regensburg, Würzburg, die Wieskirche im Pfaffenwinkel, der deutsche Limes und die Prähistorischen Pfahlbauten der Alpen

Das beliebte Urlaubsland Bayern, punktet mit insgesamt acht spannenden und gänzlich unterschiedlichen UNESCO-Weltkulturerbestätten! Mit ihrer wunderbaren Vielfalt laden sie zu einer faszinierenden Reise in die Vergangenheit ein.

 

UNESCO Welterbe Augsburg

Das Augsburger Wassermanagement-System

UNESCO-Weltkulturerbe seit 2019

Augsburgs verdankt seine frühe wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der strategische gewählten Lage am Zusammenfluss von Lech und Wertach. Durch die innovative Nutzung der Wasserkraft der beiden Wildflüsse, drehten sich im Handwerkerviertel unermüdlich die zahlreichen Mühlräder und Pumpwerke. Das reiche Trinkwasservorkommen des Stadtwalds und ein ausgeklügelte Kanalsystem sorgten zudem für hygienische Verhältnisse und gesunde Bürger*Innen: die Trennung von Trink- und Brauchwasser - in Augsburg bereits seit 1549 verbrieft. Erfindungsgeist, wegweisende Ingenieurwissenschaft und großartige Brunnenkunst, kurzum das "Wassermanagement-Systems" wird in Augsburg nun schon seit über acht Jahrhunderten stolz dokumentiert. Das Augsburger Wasser-Welterbe: spannend und vielseitig - eine Erfolgsstory.

Welterbe in Augsburg erleben:

Das historische Wassersystem ist in Augsburg allgegenwärtig. Besonders die offenen Lechkanäle in der Altstadt prägen das idyllische Stadtbild. Eine weltweit einmalige und kunsthistorisch bedeutende Brunnentrias säumt die Maximiliansstraße, Augsburgs Prachtmeile, und versprüht dabei den Charme italienischer Renaissance. Die ältesten Wassertürme Mitteleuropas stehen an Augsburgs östlicher Stadtmauer, ein bezauberndes Architekturjuwel vor der malerischen Kulisse des Roten Tors. Brunnenkunst, herausragende Technikdenkmäler der Industriekultur und die olympische Kanustrecke am Eiskanal: 22 Objekte völlig unterschiedliche Welterbe-Objekte verteilen sich über Stadt und Landkreis. In ihrer Mischung aus technikgeschichtlicher und kunsthistorischer Bedeutung stellen sie einen einzigartigen Sonderfall dar. Das Augsburger Welterbe Besucherzentrum informiert multimedial mit Filmen, Wasserillumination und einer VR-Installation.

Mehr zum Augsburger UNESCO-Welterbe
Welterbe-Infozentrum
Offizielle Webseite

 

UNESCO Welterbe Bamberg

Die Bamberger Altstadt

UNESCO-Weltkulturerbe seit 1993

Ein über 1000 Jahre gewachsenes historisches Stadtbild, rund 2400 denkmalgeschützte Häuser und das alte Gärtnerviertel vereinen sich zu einem großen Gesamtkunstwerk. Die Welterbestadt Bamberg verfügt über ein größtenteils unversehrt erhaltenes Altstadtensemble und das macht diese Welterbestätte so einzigartig! Spektakuläre Ornamente, reiche Verzierungen und einzigartige Details schmücken die Fassaden der altehrwürdige Kaiser- und Bischofsstadt die, wie auch Rom, auf sieben Hügeln erbaut wurde.

Welterbe in Bamberg erleben:

Bambergs historischen Stadtzentren - die Berg-, Insel- und Gärtnerstadt - ein spannendes und vielschichtiges Welterbe! Der Kaiserdom St. Peter und St. Georg, zwischen Mittelalter und Barock, ist mit seinen vier Türmen das beherrschende Bauwerk der Altstadt. Im Innern befinden sich der Bamberger Reiter und das Grab des einzig heiliggesprochenen Kaiserpaares des Heiligen Römischen Reiches: Heinrich II. und Kunigunde. Der Dom beherbergt auch das einzige Papstgrab Deutschlands, - das Grab Papst Clemens II. Die einzigartige Stadtgeschichte, anhand der drei historischen Stadtzentren, ist im Bamberger Welterbe-Besucherzentrum bestens aufbereitet: die Bergstadt steht für Kirchen, Klöstern, Residenzen. Die Inselstadt für Mühlen und Zeugnisse des Bürgertums. Die Gärtnerstadt für urbanen Gartenbau.

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Das Welterbe-Besucherzentrum

 

UNESCO Welterbe Bayreuth

Das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth

UNESCO-Weltkulturerbe seit 2012

Das 1748 vollendete Markgräfliche Opernhaus ist eines der letzten noch original erhaltenen Barocktheater mit dreirangigem Innenraum und prunkvollen Verzierungen. Die Oper wurde anlässlich der Verlobung Herzogs Carl Eugen von Württemberg mit Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth - der Tochter des Markgrafenpaares Wilhelmine und Friedrich – in nur vier jähriger Bauzeit errichtet. Der französische Architekt Joseph Saint-Pierre und der Italiener Giuseppe Galli da Bibiena, der für die Innenausstattung verantwortlich war, nahmen sich der Aufgabe an, ein repräsentatives Opernhaus zu erbauen. Es beherbergt einen der schönsten Theatersäle der Welt.

Welterbe in Bayreuth erleben:

Nach einer umfassenden Restaurierung wurde das Markgräfliche Opernhaus im April 2018 wiedereröffnet. Damit findet das UNSECO-Welterbe-Bauwerk zu seiner ursprünglichen Funktion zurück: Orchester und Sänger füllen das Opernhaus wie ehemals mit Musik und Leben. Führungen, Besichtigungen oder sogar ein unvergesslicher Abend in der Oper - das Bayreuther Welterbe ist ein sinnliches Vergnügen!
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UNESCO Welterbe Regensburg

Ensemble "Altstadt Regensburg mit „Stadtamhof"

UNESCO-Weltkulturerbe seit 2006

Die Regensburger Altstadt ist die einzige erhaltene mittelalterliche Großstadt Deutschlands. Im Hohen Mittelalter war Regensburg ein politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Ein blühendes europäisches Handelszentrum! Der Bestand an originaler romanischer und gotischer Architektur ist einzigartig, denn die Regensburger Altstadt blieb von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs weitestgehend verschont. Insgesamt sind dies 1.500 Einzeldenkmäler aus vielen Jahrhunderten - davon zählen fast 1.000 zum Gesamt-Ensemble "Altstadt Regensburg mit Stadtamhof".

Welterbe in Regensburg erleben:

Öffentliche Gebäude, bürgerliche Wohnbaute, Handwerkerhäuser und bedeutenden Kirchen, Klöster und Stifte - bei einem Stadtbummel durch Regensburg bekommt man ein authentisches Bild mittelalterlicher Stadtkultur. Es empfiehlt sich vorab dem Welterbe-Besucherzentrum an der "Steinernen Brücke" eine Besuch abzustatten. Dort werden faszinierende Exponate präsentiert und interaktive Spiel- und Medieninstallationen vermitteln einen gelungenen Einstieg in die Regensburger Geschichte.

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Welterbe-Besucherzentrum Regensburg - Film

UNESCO-Welterbe Würzburg

Die Residenz Würzburg, Hofgarten und Residenzplatz

UNESCO-Weltkulturerbe seit 1981

Die Residenz Würzburg, ehemals der feudale Regierungssitz eines geistlichen Kleinstaates. Eine Vielzahl führender Barockarchitekten Süddeutschlands war an der Entstehung des imponierenden Bauwerks, das auch dem Hause Schönborn ein Denkmal setzte, beteiligt. Die Familie Schönborn hatten in der Barockzeit zahlreiche Bischofssitze inne. Johann Philipp Franz von Schönborn legte 1720 den Grundstein für den Bau der Residenz und betraute den aus Eger stammenden Balthasar Neumann mit der Planung und Ausführung. Die Architektur wurde maßgeblich durch den Mainzer Kurfürst Lothar Franz von Schönborn, seinen Architekten Maximilian von Welsch und Johann Dientzenhofer geprägt. Reichsvizekanzler Friedrich Carl v. Schönborn in Wien und seinen Baumeister Lucas von Hildebrandt beeinflussten die Architektur ebenso, wie die französischen Hofarchitekten Boffrand und de Cotte in Paris. Mit der Innenausstattung, die mit Friedrich Carl von Schönborn 1729 begonnen wurde, setzte ein wahrer Künstlerzug aus Wien, Südtirol, Italien und den habsburgischen Niederlanden (Belgien) ein, der die Residenz letztendlich zu einem europäischen Bauwerk werden ließ.

Welterbe in Würzburg erleben:

Einst war der prächtige Palast Sitz der mächtigen Fürstbischöfe der Familie Schönborn. Die ehemalige fürstbischöfliche Residenz ist seit 1803 im Besitz des bayerischen Staates. Leuchtende, hellgelbe Sandsteinfronten, mehr als 300 Barock- und Rokoko Räume - erbaut von 1720 bis 1744 - die großzügige dreiflügelige Anlage ist ein wahrlich imposantes Bauwerk. Mit dem rekonstruierten Spiegelkabinett und der ganz in Marmor gehaltene Hofkirche erreichte die Residenz 1744 ihre Vollendung. Acht Jahre später schuf der Venezianer G.B. Tiepolo die Fresken des prächtigen Kaisersaals, dem unbestrittenen Herzstück der Anlage. Das mächtige Treppenhaus wird vom größten Deckenfresko der Welt geziert.

Sehenswürdigkeit Residenz
Residenz Würzburg

 

UNESCO-Welterbe Limes

Der germanisch-raetische Limes

UNESCO Weltkulturerbe seit 2005

Das mit Abstand größte archäologische Geländedenkmal Mitteleuropas: fast 550 Kilometer Grenzbefestigung in Form von Palisaden (oder einer mutmaßlich drei Meter hohen Steinmauer), mindestens 900 Holz- und Steintürme, mehr als 60 größere Kastelle, rund 100 kleinere Befestigungen dazu Lagersiedlungen der Zivilbevölkerung mit Häusern, Badeanlagen, Verbindungsstraßen, Brücken und Wege. All dies umfasst der Limes, der sich größtenteils auf fränkischem Boden befindet.

Welterbe Limes erleben:

Beeindruckende Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit: im Naturpark Altmühltal ist der Limes gesäumt von bedeutenden Bauwerken - teils noch erhalten oder originalgetreu rekonstruiert. Erwähnenswert der ungewöhnliche Burgus (Burgsalach), der steinerne Limesturm (bei Erkertshofen), das Kastell Vetoniana (Pfünz), das Kastell Biriciana und die freigelegten Thermen in Weißenburg und Bad Gögging. Die Deutsche Limes-Straße, der Limes-Radweg oder der Limes-Wanderweg ermöglichen eine individuelle Reise durch die Geschichte.
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Limes Tour - Audio Guide

 

UNESCO Welterbe Pfahlbauten

Die Pfahlbauten rund um die Alpen

seit 2011 UNESCO-Weltkulturerbe

Die ersten archäologischen Unterwasser-Denkmäler: insgesamt 111 Pfahlbaustellen in sechs Alpenländern wurden in die UNESCO-Liste aufgenommen. Drei der Fundstellen liegen in Bayern.

Die bayerischen Fundstellen Pestenacker – Unfriedshausen – Roseninsel
Die prähistorische Siedlung Pestenacker (anmoorige Talaue des "Verlorenen Baches", Landkreis Landsberg) ist die wichtigste Feuchtbodensiedlung in Bayern. Die Grabungen belegen eine Siedlung (rückverfolgbar bis ins Jahr 3496 v. Chr.) bestehend aus bis zu 17 Kleinhäusern umgeben von einem Flechtwerkzaun. Die Forschung unterscheidet dabei zwischen verschiedenen Siedlungsphasen in einer relativ kurzen Zeitspanne.  
Nur 500 Meter südlich der jungsteinzeitlichen Siedlung Pestenacker ist, im Niedermoor gelegen, die jungsteinzeitliche Feuchtbodensiedlung Unfriedshausen. Bauarbeiten zerstörten das, 1994 und 2000 in Teilen freigelegte Bodendenkmal. Pestenacker und Unfriedshausen liefern zusammen einen detaillierten Einblick in die dynamische Entwicklung eines kleinen, neolithischen Siedlungsraums innerhalb einer Mikroregion.
Die Roseninsel ist, abgesehen von der neolithischen Pfahlbaustation Kempfenhausen, die einzig bekannte Seeufersiedlung in Bayern. Noch immer werden dort gut erhaltene Konstruktionshölzer und Reste früherer Belegungsphasen im ausgedehnten Niedrigwasserbereich gefunden. Eisenzeitliche Befunde wie z.B. Schwellbalkenkonstruktionen (Mitte 1. Jhdt. v.Chr.) stammen aus einer Epoche, die für gewöhnlich keine Seeufersiedlungen verzeichnet. Eine lange andauernde, möglicherweise bis ins Mittelneolithikum zurückreichende Siedlungsgeschichte, machen die Insel einzigartig innerhalb des Verbreitungsgebietes der Pfahlbauten.
 

Welterbe Prähistorische Pfahlbauten erleben:

Aufgrund ihrer hervorragenden Erhaltung (unter Wasser) wurden die Pfahlbauten rund um die Alpen zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Europaweit gibt es mehr als 2000 Fundorte in Seen und Mooren. Bereits seit 1854 werden diese aussagekräftigen Überreste von Siedlungen der Stein- und Bronzezeit europaweit archäologisch erforscht. Dies ermöglicht Rekonstruktionen vorzeitlicher Häuser, sowie Rückschlüsse auf die Umwelt und auf Wirtschafts- und Gesellschaftsformen einer Zeit, in der es in unseren Breiten noch keine Schriftform gab.

Prähistorische Pfahlbauten - die Stationen im Überblick
Das Pfahlbauten-Museum am Bodensee - mehr erfahren

 

UNESCO-Welterbe Wieskirche

Die Wieskirche im Pfaffenwinkel

seit 1984 UNESCO-Weltkulturerbe

Die Wieskirche zog schon immer die Menschen in ihren Bann - nicht erst seit der Verleihung des Welterbetitels. Die Gründung der Rokokokirche „Zum gegeißelten Heiland auf der Wies“ geht auf eine Wallfahrt zurück, die seit 1739 bestand. Verehrt wurde dabei eine Statue des gegeißelten Heilands, die 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im oberbayrischen Kloster Steingaden angefertigt wurde. Die heutige „Wieskirche“ wurde von 1745 bis 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann unter der Leitung von Abt Marinus II. Mayer erbaut. Die exorbitant hohen Baukosten brachten das Kloster Steingaden schon damals in große finanzielle Schwierigkeiten. 1985 bis 1991 wurde die Wieskirche mit dem enormen Kostenaufwand von 10,6 Millionen DM restauriert.

Der Pfaffenwinkel - die Heimat der "Wieskirche"
Zwischen den Flüssen Lech, Ammer und Loisach, dem südlichen Ammersee und dem südlichen Ende des Starnberger Sees bis zu den Ammergauer Bergen liegen Kirchen und Klöster so eng beieinander wie sonst nirgendwo im Lande. Diesem Umstand verdankt die Region vermutlich die Bezeichnung „Pfaffenwinkel“. Die Rokoko-Wallfahrtskirche „Die Wieskirche“ ist mit Abstand der berühmteste Sakralbau dieser Region. In der weiteren Umgebung ist das Welfenmünster des ehemaligen Prämonstratenser-Klosters Steingaden zu finden. Wichtig zu wissen, denn dies erteilte im 18. Jahrhundert den Auftrag zum Bau der Wieskirche. Sehenswert auch die ehemalige Klosterstiftskirche in Rottenbuch, das Klosterdorf Polling (Europa-Nostra-Preis für besondere Verdienste um das Kulturerbe), die romanische Basilika in Altenstadt, das Kloster Wessobrunn mit dem Wessobrunner Gebet sowie zahlreiche kleine, herrlich ausgestattete Dorfkirchen.

Welterbe Wieskirche erleben:

Pfaffenwinkel
Die Wieskirche - UNESCO Weltkulturerbe
Veranstaltungen & Gottesdienste in der Wieskirche

Unser Tipp:

Die spannenden Reiserouten zu den Bayerischen Welterbestätten

I. Route: "Römerzeit & Lebensart", entlang der Welterbestätten
+ Augsburg
+ Bamberg
+ Bayreuth
+ Limes
+ Regensburg
+ Würzburg
Route - mehr erfahren


II. Route: "Zwischen Schwäbischer Alb, Bodensee & Alpen", entlang der Welterbestätten
+ Prähistorische Pfahlbauten
+ Wieskirche
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