Sehenswürdigkeiten in Augsburgs Innenstadt

Renaissance/Raumkunst
Rathaus/Goldener Saal
Das Rathaus ist eine der Augsburger Hauptsehenswürdigkeiten. Stadtwerkmeister Elias Holl errichtete den bedeutendsten Profanbau der deutschen Renaissance zwischen 1615 und 1620. Der dort bis 1624 entstandene Goldene Saal – benannt nach der vergoldeten hölzernen Decke – ist einer der imposantesten Repräsentationsräume Deutschlands und vermittelt den Glanz der Reichsstadt.
Marionettenbühne/Museum
Heilig-Geist-Spital/Puppenkiste
Ab 1623 errichtete Stadtwerkmeister Elias Holl das massige Spitalgebäude. In dem Renaissancebau führt die Augsburger Puppenkiste seit 1948 Märchen, Schauspiele und Kabarett auf. Ab 1953 machten TV-Produktionen (Kater Mikesch, Räuber Hotzenplotz, Jim Knopf, Urmel aus dem Eis) die Marionettenbühne populär. Im Spital zeigt das Puppentheatermuseum „die Kiste“ die bekanntesten Marionetten in Vitrinen.
Sozialsiedlung/Museen
Fuggerei
Jakob Fugger stiftete 1521 die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. In ihren 140 Häusern leben 150 katholische Augsburger Bürger. Sie bezahlen für eine rund 60 Quadratmeter große Wohnung eine jährliche (Kalt-) Miete von 0,88 Euro. Dafür sprechen sie täglich drei Gebete für die Stifterfamilie. Das Fuggereimuseum und der Welktriegsbunker erklären die Geschichte dieser Reihenhaussiedlung.
Romanik/Gotik
Dom St. Maria
Der ottonische Dom entstand um das Jahr 1000 über einem karolingischen Vorgängerbau, dessen Krypta erhalten ist. Fünf romanische Prophetenfenster von 1065 sind der älteste figürliche Glasmalereizyklus der Welt. Im 14. und 15. Jahrhundert erhielt die Kirche den gotischen Chor und zwei bedeutende Figurenportale. Im Domkreuzgang sieht man hunderte kunstvoll gearbeiteter Grabsteine ab 1285.
Rokoko/Museen
Schaezlerpalais
Das Schaezlerpalais ließ ein Silberhändler bis 1770 errichten. Der Festsaal des Rokokopalastes wurde im Beisein von Marie Antoinette, der späteren Königin von Frankreich, eingeweiht. Die Kunstsammlungen und Museen Augsburg zeigen barocke Malerei, darunter Werke von Rubens und Tiepolo. Durch das Palais führt der Weg in die Staatsgalerie in der Katharinenkirche (Dürer, Holbein d.Ä, Burgkmair d.Ä.).
Baukunst/Museen
Wasserwerk am Roten Tor
Das Wasserwerk am Roten Tor ist ein ab 1416 gewachsenes Ensemble mit drei Wassertürmen, zwei Brunnenmeisterhäusern und einem Aquädukt. Es war bis 1879 in Betrieb. Die Ausstellung im Großen und Kleinen Wasserturm sowie im Oberen Brunnenmeisterhaus erklärt die Wasserhebung durch wasserradgetriebene Kolbenpumpen. Das Schwäbische Handwerkermuseum findet man im Unteren Brunnenmeisterhaus.
Brunnenkunst/Manierismus
Monumentalbrunnen
Der Augustusbrunnen ist das Werk von Hubert Gerhard: Auf dem Pfeiler steht seit 1594 die Figur des Stadtgründers. Auf dem Beckenrand lagern Figuren der Gewässer Lech, Wertach, Singold und Brunnenbach. Adriaen de Vries gestaltete die Bronzefiguren des Merkurbrunnens auf dem Moritzplatz (seit 1599 in Betrieb). Die Figuren des Herkulesbrunnens in der Maximilianstraße schuf de Vries bis zum Jahr 1600.
Reformation/Renaissance
St. Anna/Fuggerkapelle
St. Anna war die Kirche eines 1321 gegründeten Karmeliterklosters. Die bis 1749 barockisierte Kirche beherbergt die Goldschmiedekapelle und die Fuggerkapelle, den ersten Renaissancebau Bayerns und die Grablege Jakob Fuggers. 1518 hielt sich Martin Luther im Kloster auf, im Ostchor hängt sein Porträt aus Cranachs Werkstatt. Das Museum Lutherstiege vermittelt die frühe Reformation in Augsburg.
Gotik/Barock
Ulrichskirchen
Der 1474 begonnene Bau der spätgotischen Benediktinerklosterkirche St. Ulrich und Afra war 1603/04 abgeschlossen. Für die Basilika stifteten die Fugger fünf Grabkapellen und die Fuggerorgel. Aus einer an die zweitgrößte Kirche der Stadt angebauten Predigthalle entstand bis 1710 die evangelische Kirche St. Ulrich. St. Ulrich und Afra und St. Ulrich sind eine der beiden Doppelkirchen in der Stadt.
Renaissance/Antike
Zeughaus/Römerlager
Stadtwerkmeister Elias Holl baute 1607 ein Kornhaus als reichsstädtisches Waffenarsenal im Renaissancestil aus. Den Giebel des neuen östlichen Traktes ziert eine Bronzefigurengruppe von Hans Reichle, der "Höllensturz". In der Toskanischen Säulenhalle im Zeughaus zeigt die Dauerausstellung "Römerlager" herausragende Funde aus dem römischen Augsburg, der Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum.
Renaissance/Baukunst
Perlachturm/St. Peter am Perlach
*Aussichtsplattform derzeit geschlossen* Von 1614 bis 1616 wurde der Turm von Elias Holl im Stil der Renaissance erhöht. Die Aussichtsplattform in 70 Metern Höhe erlaubt bei Föhn den Blick auf die Alpen. Der Perlachturm ist der „Campanile“ der im Kern romanischen Kirche St. Peter am Perlach. Im Inneren: der romanische Christus Salvator, das Fuggerkreuz und das Bild der Maria Knotenlöserin.
Rokoko/Reformation
Fronhof/Mozartdenkmal
An der Rokokofassade der bischöflichen Residenz am Fronhof beim Dom erinnert ein Gedenkstein an die Confessio Augustana, die 1530 im mittelalterlichen Vorgängerbau verlesen wurde. In der Parkanlage auf dem Fronhof, der früher auch als Turnierplatz diente, steht das moderne Doppeldenkmal für den 1719 in Augsburg geborenen Leopold Mozart und seinen Sohn Wolfgang Amadé.
Barock/Musik
Mozarthaus
Seit 01. Oktober ist das Mozarthaus geschlossen. Wiedereröffnet wird es im Herbst des Mozartjahres 2019 mit einer neu gestalteten Dauerausstellung. Diese stellt das Leben von Mozarts Vater Leopold mit Interaktionen und Musikvermittlung in den Mittelpunkt - pünktlich zu dessen 300. Geburtstag.
Renaissance/Museum
Maximilianmuseum
In zwei Patrizierpalästen präsentiert das Maximilianmuseum die Kulturgeschichte der Stadt mit Augsburger Silber, Bildhauerei, wissenschaftlichen Instrumenten, Uhren, Porzellan und Fayencen sowie mit der stadtgeschichtlichen Sammlung. In dem mit Glas überdachten Viermetzhof stehen Originalbronzen des Augustus-, Merkur- und Herkulesbrunnens. Die Modellkammer im Museum ist weltweit ohne Parallele.
Architektur/Sakralkunst
St. Moritz
Die Moritzkirche ist eine der ältesten Pfarreien Augsburgs, die durch eine Stiftung Jakob Fuggers seit 1517 eng mit dem Haus Fugger verbunden ist. Auch die Figur des Christus Salvator von Georg Petel im Chor ist die Stiftung eines Fuggers. Von 2010 bis 2013 wurde das Innere der Kirche von dem Londoner Stararchitekten John Pawson zum lichtdurchfluteten Juwel sakraler Baukunst umgestaltet.
Baukunst/Museum
Synagoge/Jüdisches Kulturmuseum
Von 1913 bis 1917 errichteten die Architekten Lömpel und Landauer die im eklektizistischen Stil geplante Augsburger Synagoge, eine der bedeutendsten Europas. Mit der Restaurierung des im Jahr 1938 in Brand gesteckten Bauwerks entstand bis 1985 das Jüdische Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, das die Geschichte der jüdischen Gemeinden im bayerischen Schwaben dokumentiert.
Renaissance/Baukunst
Fuggerhäuser
Jakob Fugger „der Reiche“ (ab 1512) und spätere Fugger erbauten die Fuggerhäuser. Bis 1515 entstand der italienisch wirkende Damenhof. Im Stadtpalast hielten sich Kaiser Karl V. und andere Habsburger auf. Dort wurde Luther 1518 von Kardinal Cajetan verhört, residierte 1632 Schwedenkönig Gustav II. Adolf und gab Mozart 1777 ein Konzert. Die Badstuben zeigen die manieristische Raumkunst Italiens.
Literatur/Museum
Brechthaus
Im Brechthaus wurde 1898 Bertolt Brecht – der Schöpfer der "Dreigroschenoper" und der "Mutter Courage und ihre Kinder" – geboren. Die Gedenktafel an der Fassade des Handwerkhäuschens "Auf dem Rain 7" im Lechviertel erinnert an den berühmten Sohn der Stadt. Die Dauerausstellung in dieser Gedenkstätte dokumentiert seine prägenden Jahre in Augsburg, seinen Lebensweg und sein Werk.
Renaissance/Museum
Fugger und Welser Erlebnismuseum
Das Wieselhaus ist eines der letzten original erhaltenen Augsburger Wohnhäuser im Stil der Renaissance. Benannt ist der Bau nach dem um 1650 wohl bedeutendsten deutschen Optiker. Im Denkmal erzählt das "Fugger und Welser Erlebnismuseum" von reichen Kaufmannsfamilien im "goldenen Augsburg der Renaissance" sowie ihren globalen Handelsnetzwerken – und vergleicht die Wirtschaft von damals und heute.
Renaissance/Baukunst
Stadtmetzg
Die städtische Verkaufshalle der Metzger wurde von 1606 bis 1609 von Stadtwerkmeister Elias Holl im Stil der Renaissance errichtet. Vor der Schaufassade – an der steinerne Rinderschädel an die frühere Nutzung erinnnern – des dreigeschossigen Satteldachbaus steht der Georgsbrunnen. Diese Figur eines unbekannten Künstlers wurde 1565 gegossen: Sie zierte ursprünglich eine Fassade.