Immaterielles UNESCO Kulturerbe in Deutschland

Die Würdigung von Kneipps Gesundheitslehre: Immaterielles UNESCO Kulturerbe Deutschland

"Natürlichkeit und Einfachheit ist die Hauptsache."
So fasste Pfarrer Sebastian Kneipp seine Naturheillehre zusammen.
Als Vorreiter des ganzheitlichen europäischen Naturheilverfahrens "predigte" er schon zu Lebzeiten seine fünf Elemente für einen gesunden Lebensstils.

Am 4. Dezember 2015 gab die Deutsche UNESCO-Kommission bekannt, dass das "Kneippen als traditionelles Wissen und Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps" in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde. Die Stadt Bad Wörishofen, der Kneipp-Bund e.V. sowie der Verband der Kneippheilbäder und Kneippkurorte freuten sich, über die erfolgreiche Bewilligung des gemeinsamen Antrags.
Als ältester Kneipp-Kurort in Deutschland beheimatet Bad Wörishofen die geballte Fachkompetenz und umfassendes medizinisches Know-how, denn nirgendwo sonst wird die Original-Kneipp-Kur seit dem 19. Jahrhundert so erfolgreich angewendet.
Bad Wörishofen
Sebastianeum

Lebenselixier Wasser
Das Augsburger Wassermanagement-System – ein UNESCO Weltkulturerbe
Ebenso wie Sebastian Kneipp wussten auch die Augsburger*innen bereits sehr früh,
um die essentielle Bedeutung von sauberem Trinkwasser für die Gesundheit.
Die strikte Trennung von Trink- und Brauchwasser wurde in Augsburg bereits im Jahr 1545 verbrieft.

„Kneippen - das traditionelle Wissen und die Praxis nach der Lehre Sebastian Kneipps“ wurden als erstes Gesundheitsverfahren in die bundesweite Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Aber auch Augsburg, wo Sebastian Kneipp seine Priesterweihe erhalten hat, verdankt seinen Welterbetitel dem Lebenselixier Wasser. Seit dem 06. Juli 2019 zählt das wasserreiche Augsburgs zum UNESCO-Welterbe. Überragende Ingenieurskunst, einzigartige Prachtbrunnen und ein europaweit einmaliges historisches Wasserwerk verhalfen zum begehrten Titel. Insgesamt 22 Objekte, verteilt über Stadt und Landkreis, zählen zum Augsburger Welterbe.
Augsburgs schönes Stadtbild wird seit jeher vom Wasser geprägt. Rauschende offene Lech-Kanäle schlängeln sich idyllisch durch die Handwerkeraltstadt - von der Stadtmetzg bis zu den Historischen Wassertürmen am Roten Tor - und eine weltweit einmalige Renaissance-Brunnentrias ziert Augsburgs Prachtmeile – die Maximilianstraße. Kunstwerke von Weltrang, Erfindungsgeist und wegweisendes Ingenieurswissen - dafür wurde das „Augsburger Wassermanagement-System“ mit dem begehrten Welterbetitel ausgezeichnet. Die Monumentalbrunnen, das ausgeklügelte Kanalgeflecht, stromerzeugende Wasserkraftwerke, Wassertürme und Wasserwerke - all dies umfasst das Augsburger Welterbe. Die Kanustrecke am Eiskanal – bekannt als Austragungsort der olympischen Sommerspiele von München, Augsburg und Kiel im Jahr 1972 – zählt ebenfalls dazu.
Herzstück des Augsburger Welterbes ist jedoch sicherlich das historische Wasserwerk am Roten Tor. Das europaweit einzigartige Architekturensemble begeistert mit drei Wassertürmen, zwei Brunnenmeisterhäusern und durch ein aktives Aquädukt.

Gesundheit durch sauberes Trinkwasser
Augsburg nahm bereits im Mittelalter – u.a. durch die frühe Trennung von Trink- und Brauchwasser (seit 1545) – eine Vorreiterrolle ein, - lange bevor Pettenkofer die Choleraausbrüche in den Städten dem verunreinigten Trinkwasser zuschrieb.
Augsburg biete also in mancherlei Hinsicht Superlativen im Zusammenhang mit dem Thema „Wasser“. Altstadtidylle, Technikdenkmäler und das Flair italienischer Renaissance: das Augsburger Welterbe steht für konsequent verfolgten Fortschritt, nach altem Vorbild und Traditionen, für Ästhetik und Nachhaltigkeit. Es prägte entscheidend die gesunde Entwicklung der Bevölkerung, die Entfaltung der Wasserkunst der Renaissance und die technologischen Entwicklungen der industriellen Revolution.
Unesco Welterbe

UNESCO Kulturerbe

Bildnachweis: Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen