Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element

Text: PM/Martin Kluger, Fotografie: Martin Kluger, Thyssen-Bornemisza Collections

Die Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ im Maximilianmuseum macht es erstmals möglich, die bronzenen Personifikationen vom Augustusbrunnen – hier der Lech und der Brunnenbach – aus nächster Nähe zu bewundern. Beim Presserundgang vor der Ausstellungseröffnung führten Augsburgs Kulturreferent Thomas Weitzel, Museumschef Dr. Christoph Emmendörffer und Dr. Christof Trepesch, der Leiter der Kunstsammlungen und Museen Augsburg (von rechts), auf die dafür neu gestaltete Altane im Viermetzhof. (Foto: Martin Kluger)

Hydrotechnische Modelle, Brunnenbronzen und Goldschmiedekunst: die Ausstellung im Maximilianmuseum Augsburg

Noch bis zum 30. September 2018 ist im Maximilianmuseum Augsburg die Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ zu sehen: Die monumentalen Augsburger Brunnenbronzen von Hubert Gerhard und Adriaen de Vries, hydrotechnische Modelle der einzigartigen Augsburger Modellkammer, Dokumente der Augsburger Wasserwirtschaft und hochrangige Kunstwerke aus Augsburg und internationaler Leihgeber sind zu bestaunen. Zur großen Ausstellung im Rahmen der Augsburger Bewerbung zur Aufnahme ihrer historischen Wasserwirtschaft in die Liste desUNESCO-Welterbes wurde ein umfassendes Begleitprogramm – unter anderem mit Führungen zu den Denkmälern von Wasserbau und Wasserkraftnutzung, Trinkwasserversorgung und Brunnenkunst aus einem halben Jahrtausend –konzipiert.

Augsburg bewirbt sich mit dem Thema „Das Augsburger Wassermanagement-System“ um den Titel einer Welterbe-Stätte der UNESCO. Anlass für diese Bewerbung ist die über Jahrhunderte perfektionierte Wasserkraftnutzung und Trinkwasserversorgung der Stadt und ihre künstlerische Ausgestaltung durch herausragende Brunnenkunst. Die geografische Lage zwischen Lech und Wertach ermöglichte es der Reichsstadt Augsburg, mit schnellfließenden Kanälen – ausgeleitet von den Flüssen Lech, Wertach und Singold – Wasserräder anzutreiben. Seit 1413/14 hoben wasserradgetriebene Bulgenkünste, Archimedische Schrauben und schließlich Kolbenpumpen Trinkwasser aus dem Brunnenbach, der frisches Quellwasser lieferte, oder aus Speisebrunnen voll sauberen Grundwassers. Qualität und Quantität der Augsburger Trinkwasserversorgung waren ein unerhörter Luxus, von dem viele andere Städte Europas bis ins 19. Jahrhundert nur träumen konnten. Schon im 15. Jahrhundert trennten die Augsburger das Treibwasser der Kanäle und reines Trinkwasser und praktizierten so einzigartig frühe Wasserhygiene. Augsburgs technische Wasserkünste wurden in weite Teile Europas „exportiert“ und in der Stadt von vielen Bildungsreisenden aus ganz Europa bestaunt.

Anlässlich der Bewerbung Augsburgs zur Aufnahme seiner historischen Wasserwirtschaft in die Liste des UNESCO-Welterbes veranstaltet das Maximilianmuseum in Augsburg vom 15. Juni bis zum 30. September 2018 die große Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“, die das Thema der Augsburger Wasserwirtschaft und mit dem Wasser verbundener Kunstwerke facettenreich präsentiert. Im Zentrum der Ausstellung stehen mehr als 400 Jahre alte bronzene Brunnenfiguren, die den Kaiser und Stadtgründer Augustus, die Götter Neptun und Merkur sowie den Halbgott Herkules verkörpern. Vier monumentale Personifikationen der Augsburger Hauptgewässer vom Beckenrand des Augustusbrunnens – Lech und Wertach, Singold und Brunnenbach – sowie die Delfine haltenden Putti und Hermen vom Brunnenpfeiler des Augustusbrunnens werden erstmals im Maximilianmuseum ausgestellt und können von den Besucherinnen und Besuchern nun quasi Auge in Auge besichtigt werden. Die innovativen technischen Wasserkünste der Augsburger Stadtbrunnenmeister werden durch hydrotechnische Miniaturmodelle aus der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert veranschaulicht. Dokumente zur Wassergeschichte und Pläne aus Augsburger Archiven und Sammlungen wurden publikumsfreundlich aufbereitet. Digitale Erlebniselemente, dreidimensionale Projektionen und Töne bringen das Wasser in die Museumsräume.

Neben dem stadtgeschichtlichen Teil zeigt die Ausstellung Spitzenstücke von Augsburger Kunsthandwerkern – silberne Taufkannen und Zunftpokale, Willkommbecher und Parfümfläschchen, aber auch Profanes wie barocke Feuerlöschspritzen und Nachtgeschirre. Höhepunkte der Ausstellung sind der berühmte Fliegende Merkur von Giambologna aus den Musei Civici d’Arte Antica in Bologna, ein Bergkristall-Seemonster aus den Thyssen-Bornemisza Collections, Kunstwerke aus Sammlungen in Wien, Dresden und von etlichen anderen hochrangigen Leihgebern sind weitere.

Audioguides für Erwachsene und Kinder, Digitalstationen, Überblicks- und Themenführungen, ein umfangreiches Vortrags- und Veranstaltungsprogramm und ein profunder Ausstellungskatalog vermitteln die Inhalte der Ausstellung und die Themen der Augsburger Wasserwirtschaft. Spaziergänge durch die Augsburger Altstadt führen zu den Lechkanälen, zum historischen Wasserwerk am Roten Tor und zu den Abgüssen der Brunnenbronzen jener drei Monumentalbrunnen, deren Originale nunmehr sämtlich im Maximilianmuseum ausgestellt sind.

Mehr zum Augsburger Wasser

Die Stadt Augsburg informiert zur Ausstellung "Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element" unter http://www.augsburg.de/aktuelles-aus-der-stadt/detail/wasser-kunst-augsburg-ab-freitag-im-maximilianmuseum/

Weitere Informationen gibt es bei den Kunstsammlungen und Museen Augsburg unter http://kunstsammlungen-museen.augsburg.de/wasser-kunst-augsburg-die-reichsstadt-in-ihrem-element,647

Alle Informationen zur Bewerbung Augsburgs bei der UNESCO und zum Rahmenprogramm findet man unter http://www.augsburg.de/kultur/welterbe-bewerbung/

Die Regio Augsburg Tourismus GmbH informiert zur Bewerbung unter https://www.augsburg-tourismus.de/unesco-bewerbung

Informationen zu Führungen zum Wasser: www.augsburg-tourismus.de/fuehrungen

Informationen zu den Augsburger Wassertagen im Jahr 2018:
>>Download als PDF

Informationen zu den sehenswertesten Denkmälern der Wasserwirtschaft:
>>Download als PDF

Eines der Glanzstücke in der Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“ ist der um 1700 von dem Augsburger Goldschmied Albrecht Biller geschaffene Tafelaufsatz mit dem Halbgott Herkules und der Wasserschlange Hydra. Das prunkvolle Werk ist eine Nachbildung der 1602 von Adriaen de Vries geschaffenen Hauptgruppe des monumentalen Herkulesbrunnens.
Foto: Martin Kluger

Eine Leihgabe der Thyssen-Bornemisza Collections in der Ausstellung „Wasser Kunst Augsburg. Die Reichsstadt in ihrem Element“: Eine höfische Bergkristall-Prunkschale als Seeungeheuer, die um 1580/90 in Mailand entstand.
Foto: © Thyssen-Bornemisza Collections

Broschüren und Links

Reisemagazin

Augsburg Magazin 2018

Broschüre

23 Denkmäler der Wasserwirtschaft