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Eine Sensation der Unterwasserarchäologie: das Kupfer der Fugger im Schiffswrack vor Kenia

das Kupfer der Fugger im Schiffswrack vor Kenia

Ein vor 500 Jahren gesunkenes Schiff erinnert an den Handel mit Sklaven und Gewürzen

AUGSBURG/KENIA (pm.) Für die Fuggerforschung ist die Nachricht eine Sensation. Zwar hatten schon 2009 Kupferingots mit der Handelsmarke der Fugger aus dem Wrack des portugiesischen Handelsschiffes „Bom Jesus“ an der Küste Namibias international für Schlagzeilen gesorgt – vom „SPIEGEL“ bis zu „National Geographic“. Was jedoch in Europa erst jetzt bekannt wird: Auch vor der Küste Kenias wurde 2008 Kupfer aus dem europaweiten Montankonzern der reichen Fugger gefunden. Bei Recherchen für das Augsburger „Fugger und Welser Erlebnismuseum“ stieß Martin Kluger – der Inhaber des „context verlags Augsburg“ hat sechs Bücher zu den Fuggern verfasst sowie 2006 das neue Fuggereimuseum und 2008 das „Museum im Weltkriegsbunker“ in der Fuggerei initiiert – im Archäologen-Blog „The Archaeology News Network“ auf das „Ngomeni-Schiffswrack“ im Indischen Ozean. Aus dem Rumpf dieses rund 500 Jahre alten portugiesischen Handelsschiffes hatte der kenianische Unterwasserarchäologe Caesar Bita Halbgossenkugeln aus der Produktion der Fugger geborgen – die Bedeutung dieses Fundes war bislang aber verborgen geblieben. Im Indischen Ozean sind die Kupferingots aus dem „Ngomeni-Schiffswrack“ nämlich einer der extrem seltenen und bis dato nur in Fachkreisen bekannten Funde mit der Handelsmarke der Fugger. Kupfer-Halbfabrikate der marktbeherrschenden Fugger – Erzeugnisse ihrer Berg- und Hüttenwerke in der Slowakei und in Tirol, in Thüringen und Kärnten – waren im 16. Jahrhundert die unverzichtbare Handelsware beim Sklavenhandel der Portugiesen in Westafrika und im Gewürzhandel mit Ostindien – und allein die Augsburger Fugger konnten die dafür benötigten Metallmengen liefern. Über frühere Funde mit Handelswaren der Fugger berichten der Königsbrunner Ethnologie Wolfgang Knabe und der südafrikanische Archäologe Dieter Noli in ihrem Buch "Die versunkenen Schätze der Bom Jesus. Sensationsfund eines Indienseglers aus der Frühzeit des Welthandels" (Nicolai, Berlin 2012).

 

Einen ausführlichen Beitrag zum Sensationsfund vor Kenia sowie Karten und Bildmaterial finden Journalisten auf der Website des context verlags Augsburg:

http://www.context-mv.de/forschung-272.html

 


Weitere Informationen und druckfähige Daten für Medien:
- Telefon 0821/343 222-19
- E-Mail info@context-mv.de

 

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