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Die Hiasl-Erlebniswelt auf Gut Mergenthau schließt, der Mythos „Räuberleben“ bei Kissing lebt weiter.

- der Mythos „Räuberleben“ bei Kissing lebt weiter

 

 

 

Für die einen war er bloß ein übler Verbrecher, für die anderen ein „deutscher Robin Hood“. Unabhängig von jeder persönlichen Wertung: Im Wittelsbacher Land blieb der Wilderer und Räuberhauptmann Matthäus Klostermayr alias „Bayerischer Hiasl“ auch nach seiner Hinrichtung im Jahr 1771 unvergessen. In einem Ökonomiegebäude des Gutes Mergenthau bei Kissing – Klostermayrs Geburtsort – wurde die Hiasl-Erlebniswelt im Mai 2006, als LEADER-Projekt des Wittelsbacher Land Vereins ins Leben gerufen. Zwischenzeitlich konnte das charmante Räubermuseum  gemeinsam mit den Partnern – dem Landkreis Aichach-Friedberg, der Gemeinde Kissing, der Regio Augsburg Tourismus GmbH und dem Hiasl-Förderverein – als neues Ausflugsziel im Landkreis Aichach-Friedberg etabliert werden. Die Regio Augsburg Tourismus GmbH organisierte dabei die Inszenierung und Gestaltung dieses Museums im Wittelsbacher Land. „Es ging uns darum, diesen Teil der Geschichte von Kissing spannend zu erzählen und mit diesem altbaierischen Hiasl-Mythos zur touristischen Attraktivierung des Landkreises Aichach-Friedberg beizutragen“, sagt Tourismusdirektor Götz Beck. Das sei, mit steigender Tendenz – nicht zuletzt durch die kontinuierliche Bewerbung mit einem Jahresprogramm, aber auch durch den unter dem Dach der Erlebniswelt installierten Walderlebnispfad oder durch Vortragsreihen zum Thema –  in den vergangenen Jahren durchaus gelungen. Beck: „Die Zusammenarbeit mit allen Partnern war ganz hervorragend.“

 

Dafür, dass die Hausherrin Monika Fottner nach zwölfjähriger Vertragslaufzeit ohne wirtschaftlichen Hintergrund die Räume der bisherigen Hiasl-Erlebniswelt künftig selbst nutzen will, äußern Dr. Klaus Metzger, Landrat des Landkreises Aichach-Friedberg, sowie Kissings 1. Bürgermeister Manfred Wolf vollstes Verständnis. Landrat Dr. Metzger: „Der Hausherrin gilt zuerst einmal unser Dank für eine gute Zeit auf Gut Mergenthau.“ Metzger, der zugleich Vorsitzender des Vereins Wittelsbacher Land ist, wie auch Kissings Gemeindeoberhaupt Manfred Wolf legen aber Wert darauf, dass das Ende der Hiasl-Erlebniswelt auf Gut Mergenthau nicht zugleich das Ende des Mythos vom freien Räuberleben in den Wäldern um Kissing bedeutet. Manfred Wolf: „Dafür ist diese Story für uns vor Ort und weit darüber hinaus viel zu spannend.“ Ein „Weiterleben“ des in Dillingen a. d. Donau grausam vom Leben zum Tod beförderten Kissingers würde – so Wolf – auch dem großen Engagement der beteiligten Partner entsprechen. Der Landkreis, der Wittelsbacher Land Verein und die Gemeinde Kissing suchen deshalb jetzt nach Möglichkeiten, die Ausstellung über das Leben des Wilderers und Räuberhauptmanns Matthäus Klostermayr in anderer Form am Leben zu erhalten. Ohnehin bleibt die Geschichte des „Bayerischen Hiasl“ schon jetzt ein Stück weit erlebbar: Bei Wanderungen und Radtouren im Wittelsbacher Land kann man nach wie vor den Wegen des „Bayerischen Hiasl“ folgen, so Tourismusdirektor Götz Beck. Die letzte Chance, die Hiasl-Erlebniswelt in ihrer jetzigen Form auf Gut Mergenthau zu besichtigen, ergibt sich allerdings an den kommenden Wochenenden jeden Samstag und Sonntag (von 14 bis 19 Uhr) und unwiderruflich am letzten Öffnungstag der Hiasl-Erlebniswelt, am Sonntag, 29. Oktober 2017.

 

 

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